Wie bleiben wir trotz Hitze gesund?

Beim Roten Kreuz diskutierten Expert*innen aus den Bereichen Gesundheit und Klimaschutz Lösungen für eine bessere Zukunft.


Die Klimakrise ist längst im Alltag angekommen. Hitzewellen gefährden die Gesundheit und treffen ältere Menschen, Kinder und Personen in aufgeheizten Städten besonders stark. Wie wir uns wirksam schützen können und welche Lösungen bereits heute funktionieren, diskutierten Expert*innen am 15. September im Humanitarian Innovation Lab des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) in Wien. Die Veranstaltung fand im Rahmen der interaktiven Wanderausstellung „Zukunft erleben“ statt, deren neuer Schwerpunkt „Gesundheit & Soziales“ gemeinsam mit dem Roten Kreuz erstmals präsentiert wurde. 

Auch die Erfahrungen des Roten Kreuzes zeigen die Dringlichkeit des Themas auf: An den Hitzetagen der vergangenen Monate verzeichnete die Organisation durchschnittlich 15 Prozent mehr Einsätze. Die gesundheitlichen Folgen extremer Hitze machen deutlich, dass Klimaschutz und Klimaanpassung auch eine Frage der Gesundheitsvorsorge und sozialer Gerechtigkeit sind. 

„Die Klimakrise verändert unseren Alltag bereits heute. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Lösungen, die Menschen konkret helfen – von kühlen Begegnungsorten bis zu Angeboten für besonders vulnerable Gruppen. Wir müssen diese Beispiele sichtbar machen und dafür sorgen, dass sie in die Breite getragen werden“, betonte Andreas Köhazy, Sprecher der Zukunftsallianz. 

Hitzeschutz braucht Wissen und konkrete Maßnahmen 

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Gesellschaft, Gemeinden und Organisationen auf zunehmende Hitzebelastung reagieren können. Mit ihren unterschiedlichen fachlichen Perspektiven beleuchteten Peter Kaiser, stellvertretender Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, David Jablonski, Mitgründer von Klimadashboard und Entwickler des neuen Hitze-Trackers, Verena Schöpfer, Meteorologin, TV-Wettermoderatorin und Gründerin von Sustainery, sowie Andreas Köhazy die Herausforderungen einer heißer werdenden Zukunft. 

Dabei wurde deutlich: Neben verlässlichen Informationen über Hitzebelastung braucht es konkrete Maßnahmen, die Menschen im Alltag erreichen und besonders gefährdete Gruppen schützen. Dazu gehören eine hitzeresiliente Gestaltung öffentlicher Räume, kühle Rückzugs- und Begegnungsorte sowie gezielte Unterstützungsangebote. Auch soziale Einrichtungen und Rettungsorganisationen müssen ihre Arbeit an die zunehmenden Belastungen anpassen. 

„Zukunft erleben“ zeigt Lösungen aus ganz Österreich 

Welche Ansätze bereits funktionieren, zeigte die Wanderausstellung „Zukunft erleben“, die von 14. bis 21. September im Humanitarian Innovation Lab des Österreichischen Roten Kreuzes in Wien zu sehen war. Mehr als 30 Best-Practice-Beispiele aus ganz Österreich veranschaulichten, wie Klimaschutz und Klimaanpassung die Lebensqualität verbessern können. 

Der gemeinsam mit dem Roten Kreuz entwickelte Schwerpunkt „Gesundheit & Soziales“ ergänzt die Ausstellung um Projekte, die Gesundheitsvorsorge, soziale Unterstützung und gesellschaftlichen Zusammenhalt verbinden. Die Beispiele reichen von Maßnahmen gegen Energiearmut und Cooling Centern bis zur Plattform Call4Action, die junges Engagement für soziale Veränderung unterstützt. 

„Die größte Gefahr ist nicht, dass uns Ideen fehlen – sondern dass gute Lösungen Einzelfälle bleiben. Aus der Praxis existieren bereits Antworten, die Gesundheit schützen, Nachbarschaften stärken und das Leben lebenswerter machen. Jetzt braucht es den politischen und gesellschaftlichen Rückenwind, damit aus einzelnen Leuchttürmen eine Bewegung wird“, so Köhazy. 

Klimaschutz ist Gesundheitsschutz 

Die Zusammenarbeit zwischen der Zukunftsallianz und dem Österreichischen Roten Kreuz macht deutlich, dass die Bewältigung der Klimakrise eine gemeinsame Aufgabe ist. Gesundheitsvorsorge, soziale Sicherheit und Klimaschutz müssen zusammengedacht werden, damit Städte und Gemeinden auch unter zunehmend schwierigen klimatischen Bedingungen lebenswert bleiben.